Mit allen Sinnen lesen lernen

Derzeit gibt es in den Medien etliche Berichte über die angeblich beste Methode, lesen zu lernen. Leider stehen einer erfahrenen Grundschullehrkraft bei den meisten Äußerungen und Kommentaren die Haare zu Berge, da bei dieser Diskussion viele Begriffe wild durcheinander geworfen und Dinge in Beziehung zueinander gesetzt werden, die gar nichts miteinander zu tun haben…
Vielleicht mal in aller Kürze:
Es gibt nicht DIE „Fibelmethode“. Vielmehr nährt allein der Begriff ein Gefühl von „Früher war das doch so schön mit der Fibel am Schulanfang und wir haben richtig was gelernt“… Aber: Wir haben es heute mit ganz anderen Kindern zu tun und mit wesentlich weitreichenderen Aufgaben als „damals“…
Dem althergebrachten Leseunterricht wird gerne das Schreckgespenst vom „Schreiben wie man es will“ oder „Schreiben nach Gehör“ entgegengesetzt. Auch die genannten Begriffe bezeichnen keine Methode und – so viel können wir versichern – haben nichts mit dem zu tun, was an der Astrid-Lindgren-Schule unterrichtet wird.
Was man aber mit Sicherheit sagen kann: Unsere Schüler kommen mit immer unterschiedlicheren Vorerfahrungen an die Schule. Wir haben es mit einer großen Heterogenität zu tun, bei der es unsere Aufgabe ist, jedem Kind gerecht zu werden, Anknüpfungs- und Entwicklungspunkte zu eröffnen und überhaupt erst einmal Lernvoraussetzungen zu schaffen. Da ist es mit einem Fibellehrgang im Gleichschritt sicher nicht mehr getan.
Damit man einen kleinen Ausschnitt des Erstleseunterrichts kennenlernen kann, zeigen wir hier einmal einige Elemente, die in der ersten Phase des Lesenlernens elementar wichtig sind:
(Den Text zu den einzelnen Bildern kann man sehen, wenn man die Bilder anklickt)

 

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2 Kommentare zu „Mit allen Sinnen lesen lernen

Gib deinen ab

  1. Nun ist es an der Zeit diesen Beitrag zu kommentieren. Es ist sehr bedauerlich das hier (wieder einmal) versucht wird, die Eletrnschaft als unwissend darzustellen, unfähig Begriffe richtig einzuordnen und zu interpretieren. Die Lehrerschaft verschanzt sich wieder hinter dem Argument der pädagogischen Kompetenz. Das ist nicht nur arrogant, sondern auch arm an Geist.
    Die Frage die offen bleibt ist, wieso haben neben den inkompetenten Eltern soviele Experten (darunter Professoren, Doktoren und auch Pädagogen) in vielen verschiedenen Medien (Print- und Fersehmedien) in vielen Berichten bestätigt, das die Methode des Lesen und Schreiben lernens mittels Hören und Fühlen viel schlechter ist, als die altbewährte und bei vielen Generationen zur Anwendung gekommene Fibel Methode. Diese Experten, die scheinbar auch alle keine Kompetenz haben, sind sich darin einig das Kinder die nach der derzeitigen Methode des „Schreiben wie gehört“ extreme Probleme haben werden in der weiteren Schulzeit und auch gegenüber den Kindern die nach der Fibel Methode lernen.
    Wahrscheinlich haben sich auch alle geirrt und erst recht keine Ahnung. Wichtig ist doch das die Lehrerschaft der ALS ihr Gesicht nicht verlieren!!!
    In diesem Sinne
    Euer kleiner Onkel

    1. Hallo, Kleiner Onkel (Ich würde Sie ja lieber mit Ihrem richtigen Namen ansprechen, aber Sie haben sich ja lieber für die Anonymität entschieden)!
      Da haben Sie aber etwas gründlich missverstanden: Uns geht es ja gerade darum, dass gerade in den Medien die Sachlage in Bezug auf das Schreiben und Lesen lernen so verkürzt und falsch dargestellt wird, dass wir uns genötigt sahen, den Eltern einen differenzierteren Einblick in die Thematik zu ermöglichen. Das hat mit Arroganz ziemlich wenig zu tun.
      Und nochmals: Es gibt keine Methode des Lernens „mittels Hören und Fühlen“ und, nein, auch die reine Form der oft kritisierten Reichen-Methode des konsequenten „Lesens durch Schreiben“ wird in keiner mir bekannten Schule unterrichtet. Der Verweis auf DIE Fibel-Methode, die ja – wie Sie selbst sagen – „altbewährt“ ist und „bei vielen Generationen“ erfolgreich zur Anwendung kam, vernachlässigt die Tatsache, dass wir es heute mit einer komplett anderen Schülerschaft zu tun haben und Unterricht nun einmal komplett anders abläuft als „damals“.
      Noch ein kleiner Nachtrag zu der angeblichen Arroganz der Lehrerschaft: Ich weiß nicht, welchen Beruf Sie ausüben, aber eins kann ich für mich klar sagen: Wenn ich einen Handwerker engagiere, dann vertraue ich darauf, dass er weiß, was er tut. Dasselbe gilt für alle anderen Berufsgruppen, mit denen ich zu tun habe. Bei „den Lehrern“ scheint es aber mittlerweile so zu sein, dass man da gerne schon mal mitredet und meint, den Lehrern irgendein Fehlverhalten nachweisen zu können. DAS finde ich arrogant…
      Viele Grüße, Stefan Kasper (Lehrkraft an der Astrid-Lindgren-Schule)

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